Wie funktioniert Alexandertechnik?
Sie setzt im Alltag und ganz pragmatisch an.
Unterbewusste Bewegungsmuster werden zum Forschungsgebiet.
Die meisten Bewegungen steuert unser Körper automatisch - nach Gewohnheit. Unsere Gedanken laufen im Alltag auf Hochtouren, sind aber meistens vom Körpergefühl entkoppelt.
Der Organismus funktioniert zwar, aber nicht unbedingt mit Leichtigkeit.
Erst wenn sich Spannung und Schmerz aufgebaut hat, schaltet sich die Wahrnehmung ein.
Wie organisieren wir uns im Denken, Wahrnehmen und Bewegen?
Automatismen werden meist nicht hinterfragt, sie passieren einfach. Unser Körper speichert intuitive Bewegungsmuster und wiederholt sie im Laufe des Lebens tagtäglich. Das ist einerseits praktisch und schafft Kapazität für anderes, schottet aber gleichzeitig unser Körperbewusstsein von der Wahrnehmung ab. Die Qualität unserer Muster rückt in den Hintergrund, beeinflusst unser Handeln aber kontinuierlich weiter.
Die Alexandertechnik regt den Selbstgebrauch kognitiv an, sich von gewohnten Mustern zu lösen. So entsteht ein Rahmen in dem Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Koordination fein zusammenspielen können.
Mit der Zeit und wachsendem Gespür werden die Abläufe im Körper nachvollziehbar und ordnen sich auf ökonomische Weise neu.
Elementare Prinzipien der Alexandertechnik
-bilden in dynamischer Wechselwirkung die Grundlage der Arbeit-
primary control
Die Zusammenarbeit von Kopf, Nacken und Rücken beeinflusst alles andere im Körper.
Wenn diese Verbindung ungestört ist, kann sich Bewegung, Haltung & Atem natürlicher entfalten.
sensory unreliability
Unser Gefühl für den eigenen Körper ist nicht immer verlässlich.
Was sich vertraut oder "richtig" anfühlt ist oft einfach nur Gewohnheit.
Dein Gespür dafür wird feiner.
non-doing
Veränderung muss nicht durch Anstrengung passieren. Wir wollen nicht mehr Spannung in deinem Körper generieren.
Durch feines Wahrnehmen und Zulassen lernt dein System sich neu zu organisieren.
inhibition
Was passiert wenn wir kurz innehalten, bevor das Unterbewusstsein in unserer Gewohnheit reagiert?
Eine bewusste Entscheidung gegen ungünstige Automatismen, erlaubt dem Körper neue Erfahrungswerte.
direction
Statt den Körper aktiv zu korrigieren und manipulieren, gibst du ihm kognitiv und forschend eine klare innere Ausrichtung.
Neue Spielräume, aus denen sich Weite, Länge und Balance im Körper entwickeln, können sich nachhaltig etablieren.
meeting the unexpected
Wenn alle Aspekte gut zusammenspielen wird es möglich, Gewohnheiten zu unterbrechen und eine neue Koordination zu entfalten.
Nicht sofort zu reagieren bedeutet Momente in Präsenz und Neugier zu erleben.
Selbstwirksamkeit
Alexandertechnik ist keine Therapie im klassischen Sinne. Als SchülerIn lässt du dich eigenverantwortlich auf einen Prozess ein, in dem du angeleitet & begleitet wirst. Der Fokus liegt hier auf deiner individuellen Konstitution und auf deiner Selbstwirksamkeit. Du erfährst also keine externe Behandlung sondern gestaltest deine Bewegungs-, Haltungs- und Reaktionsprozesse Schritt für Schritt mit. Durch neue Möglichkeiten im Umgang mit dir Selbst
Deine persönliche Entwicklung entsteht auf Augenhöhe, durch neue Möglichkeiten im Umgang mit dir selbst.
Da viele Leiden und Krankheiten ursächlich auf Mängel in der Koordination und Ausrichtung zurückzuführen sind, wirkt die Alexandertechnik häufig indirekt therapeutisch. Deshalb suchen z.B. viele Menschen mit Rücken- oder Gelenkschmerzen, Atembeschwerden oder Stresssymptomen Alexandertechnik-LehrerInnen auf.
Die Alexandertechnik ist kein Übungssystem im klassischen Sinn. Sie ist eine fortlaufende Praxis im Alltag. Unser Organismus kann jederzeit erforscht werden, Anspannungen können reduziert und die Koordination bewusster gestaltet werden.